Beiträge von Werner



    Bericht Werner Hieber


    Ein recht aparter Vertreter der Freiwassercichliden aus dem Malawisee ist Stigmatochromis pholidophorus. Allerdings ist seine Zucht im Gegensatz zur Haltung nicht immer ganz leicht

    Auch in kleineren Zoo Fachgeschäften kann man meist eine Reihe verschiedener Buntbarscharten kaufen, andere Arten, die oft genauso schön und interessant sind wie jene aus diesem Standardsortiment, werden jedoch zum Teil nur selten im Handel angeboten. Dazu zahlt Stigmatochromis pholidophorus , ein Cichlide aus dem Malawisee.

    Von dieser Art bekam ich im Jahr 1996 ein Männchen und drei Weibchen. Mit diesen Tieren versuchte ich eine Zucht aufzubauen, was mir am Anfang auch gelang. Insgesamt gingen im Laufe der Zeit 25 Nachzuchtiere hervor, von denen ich etwa zehn Stück abgab. Mit den restlichen 15 Tieren versuchte ich weiter zu züchten, was allerdings nicht funktionierte. Die Nachzuchten schwammen all in einem Becken, das eine Größe von 200 x 70 x 70 Zentimeter hat. Auch von den Alttieren erhielt ich keine Nachzuchten mehr. Der Bestand verringerte sich nach und nach, bis ich sieben Jahre später keine Zuchttiere mehr hatte.

    Nach einem Jahre bekam ich von Sven Danhieux eine neue Gruppe mit drei Männchen und sieben Weibchen. Sie hatten zu dieser Zeit eine Länge von etwa zwölf Zentimetern und waren alleine in einem 7 20-Liter-Aquarium untergebracht. Das Becken war nur mit Sand als Bodengrund und etlichen großen Steine als Versteckmöglkhkeit eingerichtet.





    Ein dominantes Männchen von Stigmatochromis pholidophorus

    Oben: In diesem Bild ist die ansprechende Musterung der Rückenflosse besser zu erkennen.

    Unten: Ein Weibchen der Art



    Oben: Eine Gruppe von Stigmatochromis pholidophorus

    Eines der Männchen war voll ausgefärbt und 13 Zentimeter groß. Die anderen zwei Männchen waren nur teilweise ausgefärbt, aber genau so groß,. Das dominante Männchen verhielt sich den beiden anderen gegenüber sehr friedlich und jagte eigentlich nur seine Weibchen. Bei einem der Weibchen sind dann nach acht Wochen zu meiner großen Überraschung nenn [unge geschlüpft, da ich in den vergangenen Jahren mit der eingangs erwähnten anderen Gruppe weniger Erfolg gehabt hatte. Damals hatten die Weibchen auch Eier im Maul getragen, spuckten diese aber oft aus oder verschluckten sie. Die ausgespuckten Eier waren meist unbefruchtet, denn sie verpilzten in meinem Inkubator sehr schnell. Die in der neuen Zuchtgruppe geschlüpften Jungfische setzte ich bald in ein 100-Liter-Aulzuchtbecken, sie waren zu dieser Zeit drei Zentimeter groß und sehr aktiv. Ein weiteres Weibchen hatte auch schon wieder Eier im Maul. Die Jungtiere des ersten Wurfs sind mittlerweile etwa 13 Zentimeter groß, die Männchen sindteilweise schon ausgefärbt. Momentan ist das ursprüngliche dominante Männchen mit den zwei anderen Männchen noch im großen Aquarium. Alle drei haben ein einheitliches grün-blaues Farbkleid und vertragen sich gut- Sie balzen die Weibchen an, auch ohne dass es untereinander Streitigkeiten gibt. Ich kenne dieses friedliche Verhalten sonst nur von Sciaenochromis fryeri, die von Jugend an zusammen gehalten wurden und sich dann später auch nicht bekämpften. Streitigkeiten habe ich nur bei voll ausgewachsenen Männchen gesehen. In diesem Fall versteckten sich die nicht dominanten Männchen hinter Steinen.

    Ansonsten ist S. phohdophorus im Allgemeinen pflegeleicht und eher ruhig. Es ist ein Maulbrüter im weiblichen Geschlecht. Das Weibchen sollte man während der Brutzeit am besten allein in einem separaten, nicht zu kleinem Becken unterbringen. Die Brutdauer beträgt etwa 21 Tage. Falls das Weibchen die Eier ausspucken sollte und der Zuchterfolg so in Frage steht, kann man die Eier auch aufsammeln und versuchen, sie in einem Inkubator zum Schlüpfen zu bringen.

    S. pholidophonis ist ein Räuber, der sich im See von kleinen Fischen ernährt. Im Aquarium zählt er zu den Allesfressern und kann mit gefrosteten Artemien, kleinem Krill und Muschelfleisch gefüttert werden. Als Trockenfutter eignet sich Granulat, Sticks und Flockenfutter, Jungfische bevorzugen frisch geschlüpfte Artemia, gefrostete Cyclops und Bosmiden sowie auch kleingeriebenes Trockenfutter (Staubfutter).

    Im See lebt er in einer Tiefe von 10 - 20 Meter über gemischten Untergründen (Fels und Sand). Als Fangort wird Chilumba an der Nordwestküste von Malawi angegeben, aber er dürfte vermutlich seeweit verbreitet sein. Die Art wurde selten eingeführt

    Als Erstbesatz rate ich zu einem Männchen unmehreren Weibchen. Ältere ausgewachsene Männchen können untereinander streitsüchtig werden. Männchen sind während der Laichzeit revierbildend,

    Das Aquarium sollte mindestens ein Volumen von 800 Litern haben und mit Steinen, die Versteckmöglichkeiten bieten, eingerichtet sein. Sie dienen als Rückzugsgebiet für Weibchen und Jungfische. Als Bodengrund ist Sand mit einer Körnung von l mm angebracht. Diesen San kauen die Tiere durch, um an die darin befindlichen Futterreste zu kommen.. Der Einsatz eines Innen-strömungsfilters (Powerhead) ist ratsam. Zur Vergesellschaftung eignen sich andere, nicht zu lebhafte beziehungsweise weniger aggressive NonMbuna-Arten. Bei regelmäßiger Fütterung kann man auch etwas kleinere Fische einsetzen.

    Pflanzen müssen nicht unbedingt im Becken vorhanden sein. Falls man jedoch Wert auf Grün legt. sind Anubien, Vallisnerien, Cryptocorynenund Javafarn geeignet

    Dominante Männchen zeigen einen grün- bis bläulichen Schimmer auf der Haut, der sich wäh rend der Balz noch wesentlich verstärkt. Wegen seines gestreckten Körper und des hakenförmigen Stirnprofils wurde er den Torpedocichliden zugeordnet.


    Fazit

    Ein etwas seltener gepflegter Cichlide, der seine Liebhaber sucht, Durch seine Torpedoform sehr flink und schnell im Aquarium. Für Anfanger weniger geeignet.



    Fotos: Werner Hieber

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    Werner Hieber betreibt die Aquaristik seit 1971. Er pflegt seit 1992 in einer großen Aquarienanlage, die im Keller steht, nur Malawisee-Cichliden

    Dabei liegt der Schwerpunkt bei NonMbunas. Er besucht viele Seminare und Ausstellungen, um sein Wissen über diese Artengruppe zu erweitern. Durch sein Amt als Obmann der DCG und Veranstalter vieler Fisch- und Pflanzenbörsen in seiner Region hat er viel Kontakt zu anderen Aquarianer

    Hallo


    Habe nach langer Suche in wissenschaftlichen Verzeichnissen und Publikationen keinen Hinweis auf eine Neubeschreibung oder Umbenennung dieser Art gefunden. Darauf hin habe ich einen bekannten deutschen Naturforscher und Ichthyologe angerufen. Dieser meinte das der alte Name immer noch gültig wäre und nur durch Angaben von Ad Konings in seinem neuen Buch geändert wurde. Viele andere Wissenschaftler bezweifeln diese Umbenennung. Ich selbst werde auch den alten Namen bei behalten.

    Zitat

    von nina9500


    ich habe gerade etwas sehr seltsames beobachtet. Dass synodontis multipunktatus den Malawi Buntbarschen ihre Eier unterjubeln ist mir bekannt, aber gerade hat sich mein großes Melanochromis Auratus Weibchen (11cm) mit einem Synodontis multipunktatus „gepaart“, obwohl ich noch zwei kleinere, noch nicht ausgefärbte Melanochromis Auratus Männchen im Becken habe.

    Es sah exakt wie eine Paarung aus, kein Kampf etc. Das Weibchen hat sogar Eier abgelassen, der Wels hat sich natürlich gefreut und die Eier verspreist

    Da fehlen aber noch etliche Gegebenheiten. Du schreibst von einem Synodontis multipunktatus, was nicht funktioniert. Denn Synodontis multipunctatus sind Brutparasiten, d.h. das S.multipunktatus Pärchen schiebt die vom Männchen befruchtete Eier anderen Fischen unter. Bei einer Haltung zusammen mit maulbrüternden Malawi-Buntbarschen kann eine Nachzucht erfolgen.

    Die S.multipunktatus erblicken das Balzverhalten der Buntbarsche. Wenn die
    Buntbarsche ablaichen, legen die S. multipunktatus ihre Eier dazu. Weil die
    Eier ähnlich aussehen nehmen die Buntbarsche die Eier meistens mit ins Maul und
    brüten sie aus.


    Die jungen Welse schlüpfen eher als die der Buntbarsche, sie ernähren sich
    während der Brutzeitzeit von den Eiern und Larven der Buntbarsche

    Hallo


    Habe dieses Thema mal neu eröffnet in der Hoffnung das es neuere Angaben zu diesem Thema gibt

    Nicht alles was Ad Konings schreibt ist auch richtig.

    Jetzt erwarte ich hoffentlich Infos von euch.