Welchen Cichliden Besatz für ein 120x50x50 Aquarium

  • Hallo Pascal.



    Den Artikel habe ich bei Tropicwater gefunden.

    Evtl. wäre das ja eine Alternative.


    Papyrus-Maulbrüter (Haplochromis aeneocolor)


    In der Natur findet man die Tiere in Uganda in Afrika. Dort leben sie endemisch, dh. ausschließlich dort vorkommend, im Lake George und dem Kazinga Channel, einem Kanal der den Lake George mit dem Lake Edward verbindet. Insbesondere findet man die Tiere direkt in Ufernähe in den Papyrus-Dickichten und so erklärt sich auch der deutsche Name Papyrus-Maulbrüter.

    Obwohl die Tiere mit ungefähr 7-9 cm gar nicht mal wirklich groß werden, besitzen sie für ihre geringe Größe ein erstaunliches Aggressionspotential und setzen dieses auch in kämpferische Aktivitäten um. Wir empfehlen deshalb die Tiere in möglichst großen Gruppen von nicht unter zehn Tieren in möglichst großen Aquarien ab 120 cm Kantenlänge aufwärts zu pflegen. Bei solch einer Gruppenstärke und einem ausreichend großen Aquarium ist es gewährleistet, dass sich die Aggression des stärksten Tieres gut gegen alle Artgenossen und nicht nur gegen das rangniedrigste und damit schwächste Tier richtet.

    Die Geschlechter sind einfach an der Färbung der Tiere zu erkennen und wie so oft bei Zierfischen ist das Männchen das bunte Tier. Weibchen dagegen sind oftmals blassgrau bis ganz leicht gelb oder wie auf dem Bild unten rechts gezeigt, einigermaßen deutlich gelb gefärbt. Hat sich aus der Gruppe erstmal ein harmonisierendes Paar gebildet, wird es wahrscheinlich auch zur Nachzucht kommen. Und hier übernimmt das Weibchen den aktiven Part, denn wie bei allen Haplochromis sind es die Weibchen, die die Maulbrutpflege übernehmen und die befruchteten Eier zum Schutz vor Feinden ins Maul nehmen.

    In der Wissenschaft unterscheidet man übrigens in ovophile Maulbrüter, d.h. Tiere, die die Eier nach der Befruchtung ins maul nehmen und in larvophile Maulbrüter, d.h. Tiere, die erst die aus dem Ei frisch geschlüpften Larven ins Maul nehmen. Übernimmt das Weibchen die Maulbrutpflege spricht man von maternalen Maulbrütern, nehmen dagegen die Männchen die Eier ins Maul, handelt es sich um einen paternalen Maulbrüter. Übernehmen beide Elternteile die Maulbrutpflege spricht man von biparentalen Maulbrütern.

    Die Wasserwerte im Aquarium sind eher zweitrangig, solange das Wasser nur richtig schön hart und im pH-Wert deutlich über pH 7, noch besser über pH 8 liegt. Ist letzteres der Fall sollte man allerdings stets den Ammonium-Wert des Wassers kontrollieren, denn bei pH-Werten deutlich im alkalischen Bereich wandelt sich die anorganische Stickstoffverbindung Ammonium (NH4) in das hochgiftige Ammoniak (NH3) um. Für Wirbellose z.B. sind schon geringe Mengen von 0,2 mg/l tödlich, für Fische ist 1 mg/l garantiert tödlich! Doch schon wesentlich geringere Mengen sorgen für chronische und irreparable Schäden, wobei Fische aus fliessenden Gewässern (Bach, Fluss) eine weitaus geringere Toleranz aufweisen wie Fische aus stehenden Gewässertypen (See).


    Gruß Detlef.


    Natürlich kann man ohne Fische leben, aber welchen Sinn macht es dann ?? :D

  • Hallo


    Ich danke euch für die Hilfe


    Nach langem überlegen geht meine Entscheidung immer mehr in Richtung kaltwasser Aquarium zum Ursprung aller Aquarien.


    Ich spiele mit dem Gedanken das Aquarium mit heimischen kleinbleibenden Fischarten zu besetzen.

    Die genaue Auswahl steht noch nicht fest aber in diese Richtung wird es gehen.


    Die Sonnenbarsch stehen mit unter ganz oben auf meiner Vorstellungs Liste.


    Gruß Pascal

  • Hallo Pascal,


    unter den heimischen Fischen ist die Auswahl eher gering; der Futterbedarf kann ein Problem werden.


    An Kunstfutter gewöhnt sind Fische für den Gartenteich. Die Goldelritze ist mit 8cm ein eher kleiner Fisch.


    Ich glaube nicht, dass z.B. Stichlinge ausdauernd sein können in einem Aquarium.


    Die Sonnenbarsche sind gut zu halten im Aquarium.

    Unter der deutschen Bezeichnung Sonnenbarsch gibt es verschiedene Fische, welche auch deutliche Größenunterschiede haben.


    Gruß

    Dieter

  • Hi/Salve!


    Ich schreibe dir aus Sueditalien.

    Als ich in 2016 aufs Neue mit der Aquaristik anfing, hatte ich 33 Liter Wasser in einem Kaltwasser-Becken mit einigen Zwergbarschen, Zwergschwarzbarschen -Elassoma evergladei.

    Nach intensivem Suchen in Italien, der Schweiz, Belgien und den Niederlanden fand ich sie auf der (deutschen) Fischboerse bei einem Zuechter an der deutsch-polnischer Grenze.

    Um das Risiko zu vermeiden, gegen die Regeln des Forums zu verstossen, schicke ich dir eine PN, wo genau.

    Spaeter erfuhr ich, dass er auch andere Zwergbarscharten hat. Elassoma gilberti ist auch sehr schoen.


    Die verschiedenen Zwergbarscharten - ich glaube, dass zur Zeit 7 Arten bekannt sind - kommen wie die Sonnenbarsche urspruenglich aus Nordamerika.


    Sie sind ganz klein 2,5-3,4 cm, haben aber eine grosse Menge "Personalitaet".

    Im Winter brauchen sie wesentlich niedrigere Temperaturen - etwa 15C - um im Maerz dauernd laichen zu koennen, Sonst sind sie dazu zu schwach.


    Sie laichen am liebsten in Hornblatt, Ceratophyllum demersum und haben gerne ein dicht bepflanztes Aquarium.

    Auch Javamoos haben sie sehr gern.


    Am besten haelt man sie in einem Artenbecken. Sonst bekommen sie nichts zu (fr)essen: sie denken lange nach, bevor sie einen Biss nehmen.

    Sie nehmen gefrorenes und lebendiges Futter. Meine waren verwoehnt: nur Lebendiges.


    Die "sex ratio" ist wohl Evolutions-bedingt. In der freien Natur fallen die Mehrzahl der Maennchen, die schoen und auffaellig gefaerbt sind, den Raubtieren zum Opfer - in den Everglades gibt's ja immer so viele Voegel. Deswegen hat man Glueck, wenn es bei dem Nachwuchs ein Weibchen gibt. Oft sind es nur Maennchen.


    Ich lade einige Bilder hoch. Leider sind sie nicht immer scharf.


    Bild 3
    Vielleicht weil sie mitten im August eine ganze Woche in der Hitze unterwegs waren, fingen sie schon im Oktober mit dem Laichen an.

    Die Kleinen versteckten sich tagsueber. In der Nacht, als die Eltern schliefen, kamen sie zum Vorschein. Ich konnte sie sehen, als ich im Dunkeln das Licht anschaltete. In Bild 3 sieht man links unten (leider unscharf) einen der ersten Jungfische. Er war wesentlich groesser als die anderen, die es schafften, zu ueberleben. Ich hatte und habe noch immer den Eindruck, dass er seinen kleinen Geschwistern beibracht, was man wissen muss um ein kleiner Zwergschwarzbarsch zu sein.


    Bevor ich es vergesse: um die Aufmerksamkeit der Weibchen auf sich zu lenken, zeigen die Elassoma-Maennchen

    eine Art Tanz, die man von einem Kaltwasserfisch nicht erwarten wuerde.

    Ich weiss nicht, ob es in Bild 5 deutlich wahrnehmbar ist:

    Bild 5

  • Hallo Pascal,


    ich will Dich nicht ärgern !!!

    ... wenn ich schreibe, dass Vorschläge sicherlich zögerlich kommen, weil Du dich noch gar nicht entschieden hast, in welche Richtung Du grundsätzlich besetzen willst.


    Ein Besatz mit Malawi-Cichliden ist bei der Aquarium-Größe arg eingeschränkt; ein Arten-Aquarium vielleicht mit Chindongo saulosi.


    Ein Besatz mit Tanganjika-Cichliden hätte für dich welche Favoriten?


    Gruß

    Dieter