Cryptocoryne aponogetifolia: Welcher Bodengrund?

  • Hallo,


    meine Crypto`s wollen einfach nicht so richtig wachsen und gedeihen. Eingepflanzt hatte ich sie Mitte November und gleichtzeitig auch gleich mit NPK & Dennerle V 30 (Flüssigdünger) gedüngt. Trotzdem lösten sich nach und nach viele Blätter auf und die Pflanzen wurden immer mickriger. Nun habe ich das Gefühl, das sich die Pflanzen etwas gefangen haben. Aber wirklich wuchern tun sie nicht. Kann es vielleicht am Bodengrund liegen? Ich habe sehr feinen Sand drin. Wäre es besser, sie in Blumentöpfe mit Kies umzusiedeln? Dann nochwas: Habe mal gehört, das sich diese Pflanze nicht mit Vallisnerien zusammen in einem Becken verträgt. Ist das richtig? Sorry, aber in Sachen Pflanzen bin ich nicht wirklich ein Experte. :rolleyes:

  • ich auch nicht maik..., aber hab mir sagen lassen das sie ne ganze weile brauchen um wieder anzuwachsen und zu gedeihen!!!!
    hatte ich ja am eigenen becken erlebt!
    hab ja mein 450ziger in ein 960ziger verwandelt und da war es auch so.... erst halb vergammelt und nu kommen sie wieder!!!
    denke fotos kennste ja vom becken?! ;)
    die mögen das umsetzen garnicht.... wenn ich nicht viel vom planzenpapast gelernt habe...
    aber so hats dieter erklärt....
    und siehe da bei mir sprießen sie wieder.... ;)
    also keinen unmut :D


    grüßle

  • Hallo Maik,


    Cryptocoryne können nach dem Umsetzen schnell Probleme bereiten, das ist aber händelbar. Ruexs hat es schon erwähnt.

    Zitat

    Kann es vielleicht am Bodengrund liegen? Ich habe sehr feinen Sand drin. Wäre es besser, sie in Blumentöpfe mit Kies umzusiedeln?

    Ich bin kein Freund von Sandboden auf Grund der Versorgungs-Probleme; wenn man aber Sand für die Fische benötigt, sind Blumentöpfe mit Kies oft hilfreich, wenn das Aquarium schon eingerichtet ist. Bei einer Neueinrichtung schichte ich zuerst 4,5 bis 5 cm fienen Kies mit Düngergranulat vermischt und darüner 2 cm Sand. Dass sich im Übergang etwas vermischen wird ist völlig o.k., aber der Bodengrund wird im Wurzelbereich der Pflanzen nicht dicht.

    Zitat

    Dann nochwas: Habe mal gehört, das sich diese Pflanze nicht mit Vallisnerien zusammen in einem Becken verträgt. Ist das richtig?

    Ja, das ist eine Erfahrung, welche immer häufiger berichtet wird. Manche Vallisnerien haben etwas an sich, was besonders die großen Cryptororynen-Arten nicht vertragen.



    Gruß
    Dieter

  • Moin Maik,


    bei den Cryptos muss man sich in Geduld üben ;)


    Bei Veränderungen, welcher Art auch immer,kommts schon mal zum völligen Zusammenfallen.


    Meist erholen sich die Pflanzen nach einiger Zeit wieder.


    Was den Bodengrund angeht, bei mir sitzen alle Cryptos in Quarzsand.Düngen iss auch nicht.


    Was das mit den Vallisnerien auf sich hat , ist mir auch rätselhaft. Bei mir hat das auch noch nie funktioniert.


    Andererseits hab ich schon AQ gesehn da waren gleich von beiden Arten toll wachsende Exemplare drin.


    Von der Cryptocoryne aponogetifolia hab ich im Moment kein aktuelles Bild. Wird nachgeliefert.

  • Hi,
    das mit den Cryptocorye aponogetifolia ist ein interessantes Thema und selbiges Problem habe ich z.Z. auch grade wieder damit.


    Ich hatte mir Ende vergangenen Jahres mal eine größere Menge dieser Pflanzen von jemandem privat geholt. Nach ca. 1 Woche fingen sie an läppisch zu werden und sich zu zersetzten. Nach Rücksprache mit einigen Bekannten und auch recherchen im Web nennt sich dieses Faulen der Pflanze "Cryptocoryen-Fäulniss" und tritt wohl sehr häufig bei diesen Pflanzen auf, nachdem sie in ein anderes Becken/Wasser umgesetzt werden.


    Nun gut, 2-3 kleine Ableger konnte ich retten, diese kamen auch sehr sehr langsam wieder (2-3 kleine Blätter nach gut nem viertel Jahr).


    Zwischenzeitlich habe ich mir bei einem Händler noch einen Topf mit kleinen Jungpflanzen gekauft, diese verfaulten komischerweise nicht, jedoch wirklich in die Länge wachsen oder großartig ableger und neue Blätter austreiben tun sie auch nicht.


    Jetzt habe ich verg. Woche nochmal einen Versuch damit gestartet und wieder eine größere Menge großer Pflanzen davon von Privat gekauft und diese eingesetzt. Ton-Düngekugeln von JBL beigesetzt und nach gut einer Woche fault es schon wieder so heftig das man zusehen kann wie über den Tag hinweg immer mehr die Blätter wegfaulen und zu Matsch werden. Ich schneide schon betroffene, faulende Stellen an den Blättern weg, habe aber das Gefühl dies nutzt auch nix. Meine Wasserwerte sind im Toleranzbereich dieser Pflanze und ausreichend Beleuchtung ist auch vorhanden (wobei die Pflanze ja angeblich auch mit wenig Licht gut auskommen soll).


    Ich habe ehrlichgesagt keine Ahnung was man da noch gegen tun kann, also falls jemand irgendwie Tipps o.ä. hat, würde mich freuen, finde diese Pflanzen nämlich wirklich schön und würde nur ungern auf sie verzichten in meinen Becken, zumal man ja bei Malawibecken eh nicht so die große Auswahl an lang- bzw. hochwachsenden Pflanzen hat und diese sich eigentlich super für eignet.



    Gruß Timo

  • Hallo Timo,


    - womit beleuchtest Du?
    - wie lange beleuchtest Du?
    - kennst Du die Wasserwerte aus dem ehem. Aquarium?
    - wie sind die Wasserwerte in deinem Aquarium?
    - welchen Bodengrund hast Du?
    - wie hoch ist der Bodengrund?
    - hast Du starke Strömung im Aquarium?


    Gruß
    Dieter

  • Hi Dieter,
    Danke erstmal für Deine Hilfe. :thumbup:


    Ich habe meine Antworten mal in Dein Zitat eingebaut.


    Gruß Timo

  • Hallo Timo,


    danke für die ausführliche Antwort. :) Eine Ferndiagnose ist immer schwer, so kann man aber die Ursache eingrenzen.


    Dies ist meine langjährige Erfahrung dazu:
    Pflanzen mögen grundsätzlich ungestört an einem Ort stehen und je nach Art wird empfindlich auf Eingriffe reagiert; soweit allgemein bekannt. Besonders dann, wenn ältere Cryptocoryne umgesetzt werden, ist mit Problemen zu rechnen.


    Die Pflanzen benötigen jetzt "warme Füsse" und gute Nährstoffversorgung mit entsprechender Microströmung, welche es bei 8cm Sand nicht mehr ausreichend gibt. Ich empfehle dir jetzt folgendes:


    - ALLE neu eingesetzten bzw. alle problematischen Cryptocoryne noch einmal rausnehmen!


    - nimm Gitterkörbe aus dem Teichbereich (sind jetzt im Winter spottbillig ;) )


    - lege die Gitterkörbe mit Flies aus und fülle diese dann mit feinem Kies; der Flies verhindert, dass sich der Sand in den Kies setzt und wieder alles verdichtet.


    - setze die Pflanze in den Gitterkorb und gib in den Kies gleich einen guten Crypto-Dünger oder JBL-Kugeln.


    - Gitterkorb bzw. Gitterkörbe laaaaangsam in das Aquarium eintauchen, so dass das Wasser ohne ausspülen eindringen kann und dann in den Bodengrund einsetzen.


    - Die Cryptocoryne benötigen jetzt zwei bis drei Monate, werden dann aber die Mühe mit prächtigem Wuchs danken !!


    - Vorteil: bei jeder Umräumaktion oder großen Reinigungsaktion kannst Du den Gitterkorb für diese Zeit in einen Eimer gefüllt mit dem Aquarienwasser stellen und es ergeben sich keine neuen Probleme.


    - Diese Cryptocoryne wollen Licht, nicht übermässig, aber um die großen Blätter mit Energie zu versorgen wird genügend Licht benötigt, da die Pflanzen zudem auch noch stark geschwächt sind. Da Pflanzen ihre Energie mit Hilfe des Lichtes bilden solltest Du nicht unbedingt 12 Stunden beleuchten, sondern lieber 7 bis 8 Stunden und dafür wieder mehr.


    Was die Problematik Cryptocoryne und Vallisnerien im gleichen Aquarium betrifft, so habe ich dies immer wieder beobachten müssen und ich habe mich irgendwann auf Grund der Formen- und Farben-Vielfalt für Cryptocoryne entschieden.


    Gruß
    Dieter

  • Moin,


    zu Dieters Ausführungen möcht ich noch anmerken, das auch der regelmäßige Wasserwechsel den Cryptocorinen ganz gut tut.


    Was die Gitterkörbe angeht, wenn die Pflanzen erstmal eingewöhnt sind und wachsen werden die Ausläufer(Ableger) die Körbe schnell verlassen.


    Und die wachsen nach meiner Erfahrung dann auch in Quarzsand, egal wie hoch der ist.


    Nochwas zur Beleuchtung ich verwende ausschließlich Osram Lumilux Daylight 860 . Über allen Aquarien, deren maximale Höhe 50 cm beträgt eine Röhre a 36 Watt.


  • Hi,
    danke Euch erstmal, werde mir morgen mal so Körbe besorgen.


    Gut, die eine Frage dazu wo mir durch den Kopf ging hat sich ja erübrigt, nämlich die Ausleger.aber wenn diese aus den Körben rauswachsen in den Sand hinen, dann würde ja einer Vermehrung trotz Körbe nix im Wege stehen (aber soweit bin ich ja leider noch nicht). ;)


    Aber, wenn die Körbe im Sand sitzen, also in etwa mit der Sandoberfläche abschließen und halt noch etwas der Korb von nem Stein versteckt wird, reicht dann die von Dir angesprochene Microströmung an der Wurzeln dennoch aus ? Der Korb ist ja von Sand umschlossen bis auf den kleinen kiesbefüllten Bereich im Korb.


    Was ist mit den Fäulniss-befallenen Blättern ? Reicht es aus die Stelle am Blatt weg zuschneiden oder gleich den ganzen Stängel unten an der Wurzel abtrennen ?


    Und kann ich, wenn sie irgendwann in den Körben angehen, die Pflanzen später problemlos in Sand umsetzen oder ginge dann das gleiche von vorne los, ergo die im Kies-Korb angewachsenen Pflanzen dann besser dort lassen und nur im Sand eingewachsene Ableger versetzen ?


    Eines noch: Du schreibst den Korb mit Vlies auslegen. Was genau soll bzw. kann man da nehmen ?


    Danke,
    Gruß Timo

  • Hallo,

    werde mir morgen mal so Körbe besorgen.

    Ich auch! :D


    Eines noch: Du schreibst den Korb mit Vlies auslegen. Was genau soll bzw. kann man da nehmen ?

    Das täte mich auch noch interessieren.


    @ Dieter & Burkhard:


    Vielen Dank für eure ausführlichen Beiträge und Erfahrungen. Bei mir hat sich seitdem auch nich viel gebessert. Regelmäßig faulen Blätter weg bzw. lösen sich einfach auf. Habe momentan noch die Vallisnerien im Becken, werde diese aber rausnehmen. Mit den Körben werde ich wie von Dieter empfohlen so machen und mit Cyrptocoryne Tabs von Dennerle düngen. Ich werde weiterhin berichten...

  • Hallo,


    nehmt einfach das billige dünne Baumarkt-Flies, was man nehmen kann um z.B. im Kiesbett den Mutterbodenbereich zu schützen vor dem wegspülen in den Kies oder den billigen Flies für die Pflanzenabdeckung im Winter.
    Die Pflanzenabdeckungen im Winter dürften jetzt sehr günstig sein. ;)


    ACHTUNG: vor dem Einpflanzen in die Körbe unbedingt alle schadhaften oder faulen Wurzeln und Blätter entfernen !!


    Gruß
    Dieter

  • Hallo zusammen!
    Soviel ich weiß,mögen Cryptos auch kein Salz im Becken.
    Nachdem die Pflanzen bei mir einmal angewachsen waren ( nach anfänglichen Problemen wie bei Euch) wuchern sie jetzt wie verrückt,ob Quarzsand oder normaler Sand.
    Gruß Ralf

  • Hallo,


    beide Punkte sind korrekt:
    - Cryptocoryne vertragen kein Salz und
    - Cryptocoryne mögen alte Böden,
    wobei beim Umsetzen auch Probleme auftreten, wenn man Cryptocoryne in alte Böden einsetzt.
    Grundsätzlich sollte man Wasserpflanzen stehen lassen; daher setze ich aus Erfahrung problematischere Wasserpflanzen in Teichgitterkörbe ausgelegt mit Flies, da man darin die Bodenkultur erhält bei größeren Maßnahmen im Aquarium.


    Gruß
    Dieter

  • Hi Planzen-Fan´s :D
    die oben aufgeführten Probleme mit den Crypto´s hatte ich in meinen Becken bis vor kurzem noch nie. Seit Umstellung auf T 5 mickern sie allerdings auch nur noch :huh: In den anderen T 8 beleuchteten wächst und gedeiht es, wie eh und je. Alle 6-8 Monate drücke ich um die Mutterpflanze herum Laterit-Kugeln in den Sand.
    Lichtumstellungen scheinen sie also nicht unbedingt zu mögen, genauso wenig die pralle "Sonne".
    Was ebenfalls das Wachstum stark beeinträchtigt ist ein überhöhter Phosphat-Wert. Zu dieser Waisheit kam ich durch eine Fadenalgen-Plage. Dieser Plage rückte ich mit Antiphos von Bioplast zu Leibe. 6 Wochen später war ich WÖCHENTLICH am Ausmisten der Ableger! 8| Die ich dann teilweise in meine Aufzuchtbecken einpflanzte. Auch da wuchs es wie Unkraut, wohl auch weil 2-3 mal die Woche 60% Wasser gewechselt wurden. Hab damalls den halben Main-Kinzig-Kreis mit Crypo´s versorgt......jetzt kommt das ABER ;( : Bei den wenigsten Barschfans war die Freude von langer Dauer. Je weiter sie von mir weg wohnten, also die Wasserwerte differierten, um so weniger wuchsen sie :cursing:
    Was erkennen wir aus all unseren Erfahrungen? So "einfach" wie sie im kultivieren angegeben werden (Fachbüchern) sind sie dann wohl doch nicht :wacko:


    Mfg
    Jan


    P.S.: Bei mir waren die Pflanzen nie in Körben oder so. Hab die Wurzeln lediglich auf 5-10 cm eingekürzt und in den Sandboden gedrückt, der eine Höhe von min. 5 cm hatte

  • Hi,
    mal ein kleines vorläufiges Feedback:


    Habe die von Fäullniss befallenen Pflanzen am Dienstag, wie oben beschrieben in Gitterkörbe mit Kies und je ner halben JBL-Düngekugeln (JBL 7 Kugeln nennen sie sich) eingesetzt. Anbei noch die Fäulniss-befallenen Stellen entfehrnt. Bis jetzt kamen kaum noch faulende Stellen nach. :thumbup:


    Es ist zwar natürlich noch zu früh um ein Fazit ziehen zu können ABER wenn man bedenkt wie schnell sie in den Tagen davor vo sich hin faulten (über den Tag weg konnte man zusehen wie es mehr und mehr verfaulte, Man mußte 2x am Tag die Stellen abschneiden), dann kann ich ruhigen Gewissens schonmal behaupten, das die Fäullniss erheblich eingedämmt und "annäherd" schon fast gestoppt wurde wie es scheint ! :thumbsup:


    Ich danke Euch für Eure Tipps, hoffe daß es so bleibt und wieder neu austreibt.


    Gruß Timo