Synodontis petricola, aus Neugier zum Erfolg!

  • Hallo an alle Interessierten,


    ich möchte hier mal meine persönlichen Erfahrungen mit der Zucht von Synodontis petricola niederschreiben.


    Ich halte S. petricola schon über einen Zeitraum von ca. 10 Jahren, ohne mich speziell an der Zucht zu versuchen. Ich erwarb damals eine Gruppe von 6 Jungtieren, die ich mit verschiedenen Arten Tanganjikacichliden vergesellschaftet hatte. Irgendwann verkaufte ich den Tanganjikabesatz und es zogen Malawis zu den S. petricola.


    Eines Tages sah ich in einem Spalt zwischen Hmf und Rückwand zwei Mini-petricola. Meine Freude war riesig ob des unerwarteten Nachwuchses. In der folgezeit erweiterte sich der Bestand auf diese Weise auf 17 Tiere.


    Trotz des regelmäßigen ablaichens der Tiere kam mir nie in den Sinn zwecks einer gezielten Zucht die Tiere aus ihrem 670 Liter großen zuhause in ein Zuchtbecken zu überführen.


    Doch dann wurde durch diesen Link meine Neugier geweckt. An dieser Stelle meinen Dank für diesen tollen Link an unser Mitglied saschak.


    Es wurde also der nächste Trödelmarktbesuch genutzt um Glasmurmeln zu besorgen und der erste Versuch konnte starten.


    Zufällig paßte einer meiner Tonblumentöpfe genau auf unsere Cornflakesglasschüsseln, meine Frau hat jetzt eine weniger in der Küche und sucht bis heute danach. :D


    Nachdem ich das ganze Gebilde in das Aquarium gestellt hatte dauerte es keine zwei Stunden und der größte Synodontismann nahm den Topf in beschlag und verteidigte ihn gegen alle Artgenossen.
    Am nächsten Tag konnte ich beobachten wie ein großes und offensichtlich laichvolles Weibchen dem Mann in das innere des Topfes folgte. Da einige Anubien etwas die sicht versperrten konnte ich nur erahnen was da vor sich ging.


    Am nächsten Tag überführte ich Glasschüssel und Topf in ein 54 Liter Aufzuchtbecken. Zwei weitere Tage später war meine Freude riesig, die ersten Larven waren geschlüpft und huschten zwischen den Glasmurmeln.


    Das lief bisher zu glatt, es folgt der Rückschlag.
    Ich fütterte durch das obere Loch des Topfes mit frisch geschlüpften Artemianauplien und fein zerriebenem Flockenfutter. Soweit nicht schlimm, außer das die Futterreste zwischen den Murmeln anfingen zu gammeln. Was für ein gestank.


    Was tun? Alles war verdorben. Ich holte also alles raus und machte einen 90%igen Wasserwechsel an dem Becken. Kaum zu glauben, aber als ich drei Tage später nochmals in das Becken schaute entdeckte ich tatsächlich ein paar Jungwelse. Wie sich später herausstellte haben dieses Drama 15 kleine petricola überlebt.


    Zwei Wochen später wollte ich es noch einmal wissen. Alles lief genauso ab wie beim ersten mal, mit einer Ausnahme. Nach dem umsetzen in das Aufzuchtbecken ließ ich den Topf ab, und der Wasserheber konnte jetzt die Glasmurmeln umspülen.


    Das war der Punkt, ab dann lief alles glatt. Bei diesem zweiten Versuch war das Ergebnis deutlich besser. Geschätzte 200 kleine Synodontis flitzen jetzt durch das Becken. :freu


    Ich hoffe Euch mit meinem Bericht nicht gelangweilt zu haben. Sollten noch Fragen offen geblieben sein, immer raus damit. Vieleicht schreiben andere User hier mal auf wie sie das machen, es gibt ja sicher noch andere erfolreiche Methoden Synodontis petricola zu züchten.


    Lieben gruß, Christian




    p.s.: Bilder sagen mehr als Tausend Worte!

  • ...Weitere Bilder...

  • ...und die noch!

  • Hallo Holger,


    ich freu mich wenn er Dir gefällt. War jedenfalls keine 2 minuten sache.


    Der Link müßte jetzt funzen.



    Gruß, Christian

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    Mir egal wer Dein Vater ist, solange ich hier angel geht hier keiner übers Wasser!!!



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  • Hallo Kjer,


    das mit den Murmeln hatte mich deshlab sofort überzeugt weil ich beobachten konnte das beim ablaichen die anderen S. petricola die nicht am Laichgeschäft beteiligt waren die Eier fraßen. Durch die Murmeln ist der Laich geschützt.


    Ob sich das auch auf andere Arten übertragen läßt kann ich nicht sagen, am besten Du probierst mal was aus.



    Gruß, Christian

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  • Hi,
    super dann funktioniert es also doch im Hauptbecken!
    Freut mich für Dich.
    Hab es genauso gemacht (hab mich allerdings nicht getraut meiner Frau die Glasschalen zu mopsen :rotwerd ), hat aber nicht gefunzt. Die Tiere sind zwar ständig in die Töpfen geschwommen, haben sich aber nicht zum Eier legen hinreißen lassen.
    Schade :(
    Tschau Helge

    Tschau Helge
    Manche leben mit einer so erstaunlichen Routine, daß es schwerfällt zu glauben, sie lebten zum ersten mal.
    "Stanislaw Jerzy Lec"



  • Hallo Helge,


    ich würde es einfach weiter probieren, dann wird es schon klappen. Wie groß bzw. alt sind Deine Tiere? Bist Du sicher das Du beide Geschlechter hast?


    Als [lexicon]Beispiel[/lexicon], die von mir damals 6 erworbenen Jungtiere entpuppten sich als 1,5. Hatte also nur mit glück beide Geschlechter.


    Gruß, Christian

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  • Zitat

    Original von harald walz
    Hallo
    Ein wirklich super interessanter Bericht , Christian!!


    Na da werd ichs mal auf die Tour mit den S. lucapinnis ( S. petricola " Dwarf")versuchen.



    Hi, Du machst das schon. ;) Viel Erfolg dabei.
    Ich sag mal das klappt. =)


    Gruß, Christian

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  • Also wie es scheint hab ich 2 Synodontis schoutendi^^


    Nur was für ein geschlecht keine Ahnung ich hab das Becken nämlich gekauft und alle Fische mit übernommen...


    Kann mir vllt einer sagen wo man den unterschied sieht..


    Und sie sind sehr scheu kann man dagegen auch etwas tun?



    mfg,


    Dennis!


    P. s. Dein Bericht war klasse ich finde die Petricolas voll toll :tongue:!

  • hallo
    sehr guter bericht und tolle bilder
    habe den you tube video auch gesehen und will das auch mal ausprobieren
    habe im moment nur 3 tiere aber ende des monates kommen noch 5 dazu
    und wenn die so weit sind ! gehts los
    mit freundlichen grüßen
    alfred

  • Zitat

    Original von Esox
    Wie groß bzw. alt sind Deine Tiere? Bist Du sicher das Du beide Geschlechter hast?


    Hi Christian,
    es sind 6 Stück zwischen 6 & 10cm und ganz sicher bin ich nicht, aber es sollen 2/4 sein.
    Man muss die Leichschalen auch echt oft säubern, die fangen wie Du schon beschrieben hast, ganz schön an zu müffeln ;)

    Dateien

    • Leichschale.jpg

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    Tschau Helge
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